← die Feuertänze von Anatolien in Aspendos, nahe Antalya, Türkei Fire of Anatolia Führer

DIE GESCHICHTE DES UNTERNEHMENS

Die Geschichte von „Fire of Anatolia“ – vom Klassenzimmer auf die Bühne

Von einem folkloristischen Forschungsprojekt zu zwei Guinness-Weltrekorden – die überraschende Geschichte, wie das Feuer Anatoliens zu einem kulturellen Exportschlager wurde.

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Eine Idee von Folkloristen, kein Produzenten-Sprech

Die Show begann mit Mustafa Erdoğan, der an der Bilkent-Universität in Ankara Volkstanzforschung betrieb und schon lange davon träumte, eine große Compagnie aufzubauen, die die regionalen Volkstänze Anatoliens mit modernem Tanz und Ballett verschmilzt. Das ist eine andere Entstehungsgeschichte als bei den meisten Tourneespektakeln, die in der Regel zuerst als kommerzielle Produktionen entstehen – Fire of Anatolia ging aus der akademischen Erforschung der türkischen Volkstradition hervor, was mit ein Grund dafür ist, dass die Choreografie so stark auf echten regionalen Formen basiert und nicht auf einem generischen „folkloristischen“ Pastiche, das für Touristen zusammengestellt wurde. Es ist ein seltener Fall, in dem sich ein Forschungsinteresse in eine internationale Tournee-Compagnie in voller Größe verwandelt hat.

750 Tänzerinnen und Tänzer haben vorgesprochen, 90 wurden ausgewählt.

1999 schaltete Erdoğan Zeitungsanzeigen, um Tänzer für das Projekt zu suchen, das damals noch Sultans of the Dance hieß. Rund 750 Personen stellten sich dem Vorsprechen; etwa 90 wurden ausgewählt und einem intensiven Training unterzogen, das Volkstechnik mit der Ausdauer und Disziplin von Ballett und Modernem Tanz verband. Dieses Auswahlverfahren – etwa einer von acht Tänzern wurde ausgewählt, dann zwei Jahre lang gemeinsam geschult, bevor die Öffentlichkeit das fertige Ergebnis überhaupt zu Gesicht bekam – gab den Ton für eine Kompanie vor, die auf präziser Feinarbeit aufbaute und nicht auf einer lockeren Volkstanzgruppe, die schnell für eine einzige Showsaison zusammengestellt und nie weiterentwickelt wurde.

Erste Etappe im Jahr 2001, Welttournee im Jahr 2002

Das Unternehmen gab seine ersten Vorstellungen im Jahr 2001, und die internationale Tourneetätigkeit begann im darauffolgenden Jahr unter dem Namen, unter dem es heute bekannt ist: Fire of Anatolia. Diese frühe Wende von einer nationalen Attraktion zu einem exportierbaren Tourneeprodukt ist zentral für die Geschichte des Ensembles – bereits innerhalb weniger Jahre nach seinem Debüt trat es außerhalb der Türkei auf, was den Weg zu der internationalen Größe ebnete, die es heute hat, statt eine rein nationale Folk-Revival-Truppe zu bleiben, die auf türkische Bühnen beschränkt ist. Nur wenige große Volkstanzproduktionen weltweit haben diesen Sprung so schnell nach ihrer ersten Aufführung geschafft.

Zwei Guinness-Weltrekorde

Das Unternehmen hält zwei Guinness-Weltrekorde: einen für die schnellste je aufgezeichnete Tanzdarbietung mit 241 Schritten pro Minute und einen für das größte Einzelpublikum einer Tanzvorstellung – rund 400.000 Menschen bei einer Open-Air-Show in Ereğli an der türkischen Schwarzmeerküste. Beide Rekorde werden in den eigenen Materialien des Unternehmens sowie in der Presseberichterstattung über die Show über die Jahre hinweg vielfach zitiert; wie bei jedem Live-Auftrittsrekord sind die genauen Umstände der rekordverdächtigen Shows am besten als eigene Darstellung des Unternehmens zu betrachten und nicht als ein Detail, das ein externer Besucher Jahrzehnte später unabhängig verifizieren könnte.

Zu einem Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern heranwachsen

Was einst mit rund 90 Tänzern begann, ist heute ein Ensemble von etwa 120 Mitgliedern – groß genug, so die eigenen Angaben, um gleichzeitig an verschiedenen Orten der Welt Produktionen zu bespielen. Auf über zwei Jahrzehnte Tournee hinweg, so das Unternehmen, sei man in mehr als 85 Ländern aufgetreten und habe insgesamt ein Publikum von annähernd 20 Millionen Menschen erreicht – Zahlen, die auf den eigenen Tourneeaufzeichnungen beruhen und nicht unabhängig geprüft sind, sich aber durch das gesamte eigene Material und die langjährige Presseberichterstattung über die Show ziehen.

Ein kulturelles Exportgut, das über die ursprüngliche Show hinausgeht

Der Erfolg von Fire of Anatolia machte aus der Produktion weit mehr als eine einzelne Show – das Unternehmen hat im Laufe der Jahre weitere Shows entwickelt und tourt mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Debüt 2001 weiterhin international, während es zugleich regelmäßig in der Türkei präsent ist, darunter mit Sommeraufführungen an Open-Air-Spielstätten wie Aspendos nahe Antalya. Für ein Projekt, das ursprünglich aus dem Forschungsinteresse eines Folkloristen an einer Universität entstand, ist diese Langlebigkeit selbst Teil der Geschichte: Nur wenige groß angelegte Folk-Tanz-Fusionsshows weltweit sind so lange auf internationalen Bühnen geblieben – geschweige denn haben ihre Tourneegruppe stetig vergrößert.

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